Erzähl’ mir was zum Muttertag

Geschichte besteht aus Geschichten. Das gilt für die Weltgeschichte ebenso wie für die eigene Lebensgeschichte. Das Leben ist so komplex, dass der Mensch gar keine andere Wahl hat als sie mithilfe von Erzählungen erfassbar zu machen. Die Frage ist dann, welche Episoden wähle ich aus, anhand derer der Erzählstrang konstruiert wird. Familien haben oft ihre eigenen Geschichten, die sie gerne aufleben lassen und mithilfe derer die eigene Familiengeschichte aufgestellt und bestätigt wird. Das ist jedoch nicht festgeschrieben oder gar in Stein gemeißelt. Es handelt sich vielmehr um ein Gewebe, das miteinander im positiven Sinne weitergesponnen werden kann. Leider werden die Abende seltener, die man miteinander im Wohnzimmer verbringt, um eigene Geschichten zu erzählen und die Facetten, die einem wichtig sind, zum Beispiel in Form von Anekdoten eine Gestalt zu geben.

Der Muttertag ist wunderbarer Anlass zum Erzählen von Geschichten

Glücklicherweise gibt es immer noch bestimmte Feiertage, die dazu einladen, den Fundus an Geschichten zu bereichern und im Gedächtnis zu behalten. Wie wäre es, wenn Sie auf der Karte für Ihre Mutter eine Geschichte erzählen, die für Sie die Beziehung zu Ihrer Mutter kennzeichnet? Welche Episode aus Ihrer Kindheit oder Jugend stellt für Sie das am besten dar, was Ihre Mutter Ihnen bedeutet? Schwelgen Sie einmal in der Vergangenheit! Ihnen fällt bestimmt etwas ein. Vielleicht handelt es sich dabei sogar um eine Geschichte, die mittlerweile fast schon in Vergessenheit geraten ist – das ist sogar umso besser. Ihre Mutter wird sich sicherlich darüber freuen, dass Sie sich doch noch daran erinnern können.

Welche Geschichte fällt Ihnen ganz spontan ein?

Wenn Sie also eine Geschichte aus Ihrem Leben auf die Karte zum Muttertag schreiben möchten, braucht es sich dabei gar nicht unbedingt um ein sehr großes Ereignis zu handeln. Geschichten über solche Ereignisse wurden wahrscheinlich auch schon hinreichend erzählt. Es kann sich also gerade auch um die kleinen Begebenheiten oder die alltäglichen Vorgänge handeln, die das Leben schließlich ausmachen. Es folgt so eine persönliche Geschichte:

Die Hand, die mich weckte

Immer wenn morgens der Wecker im meinem Leben als alleinstehende Frau klingelte, habe ich deine Hand schmerzlich vermisst! Du hast mich immer sehr sanft aus meinen Träumen geholt und deshalb konnte ich mich eigentlich nie so richtig damit abfinden, dass das raue Klingeln eines Weckers diese Rolle in späteren Jahren übernommen hat! Mittlerweile ist das sanfte Wecken deiner Enkelkinder ein tägliches Ritual, das ich genieße. Dabei habe ich das Gefühl, dass ich eine Familientradition fortsetze.

Selbstverständlich ist das hier nur ein Beispiel. Sicherlich fallen Ihnen selbst Geschichten ein und wenn nicht können Sie sich eventuell den Beitrag zum Thema Mir fehlen die Worte anschauen. Möglicherweise hilft es auch, wenn Sie sich die folgenden Fragen stellen:

  • Was ist Ihnen wichtig?
  • Was hat Ihr Leben geprägt?

Gerade auch beim Geschichtenerzählen ist man im Grunde genommen seines eigenen Glückes Schmied. Man entscheidet sich selbst, ob sich die Geschichte, die man sich über sein eigenes Leben erzählt, auf der Sonnen- oder Schattenseite des Lebens abspielt.

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