Versöhnungskarte kann Wunder bewirken

Jom Kippur ist der höchste jüdische Feiertag und er ist auch als der Tag der Versöhnung bekannt. Er fällt jedes Jahr auf jeweils einen anderen Tag im September oder Oktober und dauert von Sonnenuntergang bis zum Sonnenuntergang des darauffolgenden Tages. An diesem Tag wird streng gefastet. Es darf weder gegessen noch getrunken werden. Neben der Enthaltsamkeit stehen Reue und Versöhnung im Mittelpunkt dieses Tages. Es geht dabei nicht nur darum, gegenüber Gott Reue zu zeigen, sondern auch um die Aussöhnung mit seinen Mitmenschen. Es ist ausgesprochen bedauernswert, dass es nicht in allen Kulturkreisen eine derart ritualisierte Form der Versöhnung gibt. Denn einen solchen Tag könnte man zum Anlass nehmen, schwelende Konflikte aus der Welt zu räumen.

Schließlich ist es in den meisten Fällen gar nicht so einfach, den ersten Schritt zu machen und da wäre es gut, wenn man sozusagen von höherer Hand einen kleinen Schubs bekommen würde. Aber auch wenn dies nun einmal nicht der Fall ist, kann man sich selbst dazu durchringen und die Initiative zur Versöhnung ergreifen, indem man eine Karte schreibt. Bei einer Karte ist die Hürde etwas niedriger als wenn man zum Telefon greift oder der entsprechenden Person einen Besuch abstattet. Eine Karte ist dann ein sehr gutes Kommunikationsmittel, weil man selbst die Worte genau abwägen kann und der Empfänger bzw. die Empfänger kann die Worte auch in aller Ruhe empfangen und auf sich einwirken lassen.

Jeder Streit oder Konflikt hat jeweils ganz persönliche Gründe und deshalb lässt sich selbstverständlich kein ganz allgemeingültiger Text

Auch Hund und Katz können sich schließlich wieder vertragen

für eine Versöhnungskarte verfassen. Aber in so manchen Fällen liegt jedoch nicht unbedingt ein lautstarker Streit vor, sondern hat die Entfremdung allmählich begonnen und dazu geführt, dass der Kontakt letzten Endes abgebrochen ist. Manchmal weiß man gar nicht genau, ob die Sache einen handfesten Grund hat oder ob der oder die andere Person einfach zu beschäftigt ist und deshalb keinen Kontakt aufnimmt. Wenn Sie das ungute Gefühl beschleicht, dass jedoch nicht nur Zeitnot die Ursache dafür ist, können Sie versuchen, die Sache zu klären, wenn Ihnen die Freundschaft am Herzen liegt.

Der Text für eine solche Versöhnungskarte könnte folgendermaßen lauten:

Liebe/r XY,

an die schönen Momente, die wir gemeinsam verbracht haben, denke ich ausgesprochen gerne zurück. Es tut mir sehr leid, dass wir in den letzten Monaten keinen Kontakt mehr zueinander hatten. Mich beschäftigt die Frage, ob es sich einfach in der Hektik des Alltags nicht ergibt oder ob ein Grund dafür vorliegt, dass ich so lange nichts mehr von dir gehört habe. Wenn dich etwas Bestimmtes davon abhält, dich an mich zu wenden, würde ich das gerne erfahren. Vielleicht liegt ein Missverständnis vor. Es würde mir wirklich leidtun, wenn ich etwas getan oder unterlasse habe, womit ich die verletzt habe und ich kann dir aus tiefstem Herzen sagen, dass es nicht meine Absicht war, dich in irgendeiner Form zu verletzen. Über eine Nachricht von dir würde ich mich sehr freuen!

Liebe Grüße

Eine solche Karte kann  Tür und Tor öffnen. Jedenfalls stellen Sie damit sicher, dass eine Freundschaft, die ihnen viel wert ist, nicht aufgrund eines Missverständnisses in die Brüche geht.

 

 

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