Karte zum runden Geburtstag

Die runden Geburtstage markieren zum Teil regelrechte Zäsuren im Leben, die eine Glückwunschkarte verdienen. Der einschneidende Charakter gilt vielleicht in einem etwas geringeren Maße für die beiden ersten Jahrzehnte. Meistens wird dem 20. Geburtstag etwas weniger Aufmerksamkeit geschenkt als dem Erreichen der Volljährigkeit. Aber danach bilden die runden Geburtstage in aller Regel Meilensteine. Der 30. Geburtstag prägt gerne auch unter dem Begriff THE BIG THREE-O das Bewusstsein vieler Zwanziger, aus deren Perspektive das Erreichen des 30. Lebensjahrs das Ende ihres Daseins als junge Erwachsene bedeuten mag. Manche bemerken das eher scherzhaft, aber andere werden auch von einer gewissen Torschlusspanik ergriffen. Frauen, die in diesem Alter einen noch unerfüllten Kinderwunsch haben, hören möglicherweise ihre biologische Uhr ticken. Aus verschiedensten Gründen kann damit ein solcher runder Geburtstag in so manchen Fällen recht konfrontierend sein. Das gilt dann natürlich auch für die folgenden abgeschlossenen Jahrzehnte. Es heißt, dass sich eine etwaige Midlife Crisis bei Männern im Durchschnitt zwischen ihrem 40. und 60. Lebensjahr einstellt. Einer dieser Geburtstage kann damit auch ein Auslöser dafür sein, dass man sein gesamtes Leben in Frage stellt. Selbstreflexion ist als solches natürlich eine gute Sache. Sie kann zur Selbsterkenntnis führen. Sich selbst zu kennen, vergrößert die Chance auf erfüllteres Leben. Galileo Galilei hat das einmal gut auf den Punkt gebracht, indem er sagte:

„Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“

Bin ich, was ich werden wollte?

Oftmals fragt man sich im reiferen Alter, ob man das geworden ist, was man als Kind oder Heranwachsende/r werden wollte. Haben sich die Lebensträume bereits verwirklicht oder ist es an der Zeit, sich bestimmte Wünsche zu erfüllen. Die Kunst einer gelungen Glückwunschkarte besteht darin, solche Fragen auf spielerische Art und Weise anzustoßen bzw. zu vertiefen, ohne konfrontierend zu wirken. Deshalb kann man auf der als Titel für diesen Abschnitt formulierten Frage Folgendes entgegnen:

Es ist nie zu spät, der zu sein, der du hättest sein können.

George Eliot, englische Schriftstellerin

Es ist eine gewisse Gratwanderung, wenn man keine allzu allgemeinen Glückwünsche versenden will und sich gleichzeitig nicht auf das Feld der Psychoanalyse begeben zu wollen. Glücklicherweise gibt es einen goldenen Mittelweg in Form von Aphorismen, die als Denkanstöße dienen können, ohne bedrängend zu wirken, schließlich möchte man den Jubilar an seinem Freudentag nicht mit unangenehmen Dingen konfrontieren.

Wie wäre es mit einer der folgenden Weisheiten für die Glückwunschkarte?

Von Friederich Schiller stammt der tolle Satz: „Jeder Tag ist eine neue Chance, das zu tun, was du möchtest“ – und das gilt natürlich ganz besonders für deinen Geburtstag!

Oder wie wäre es damit?

„Wie fühlst Du Dich mit sechzig?“

„Danke, gut. Ich kenne mich jetzt ein bisschen besser.“

Wer eine solche Glückwunschkarte bekommt, hat gleich die richtige Antwort auf die Frage parat, die am Geburtstag mit großer Regelmäßigkeit gestellt wird! Das kann natürlich scherzhaft gemeint sein oder den Anlass für ein inspirierendes Gespräch bilden!

 

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